Der Kapellenweg

 

zielstrebig sind wir unterwegs

zielstrebig sind wir unterwegs

Bäuerinnen machen sich auf den Weg denn:

Unser Glück beruht darauf,

dass wir tun,

was wir für richtig und angemessen halten,

und nicht, was andere sagen oder tun.

(Mahatma Gandhi)

Im wahrsten Sinne des Wortes haben sich Frauen gemeinsam auf den Weg gemacht um den Kapellenweg zu erwandern.

Sich gemeinsam auf den Weg machen- nicht stehen zu bleiben- ist immer gut. Vieles geht einem durch den Kopf, gehen befreit von Alltagslasten, Sorgen und Dingen die man so mit sich rumschleppt.

Man geht in Stille, genießt die Ruhe und fühlt sich dennoch nicht allein.

Ein Weg zum Nachdenken, ein Weg mit vielen Eindrücken, sei es von der schönen Landschaft, die man auf diesem Weg mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet- nicht zu vergleichen wenn man mit dem Auto unterwegs ist!

Beeindruckend aber auch die schönen Stätten des Glaubens- die Kapellen. Jede für sich ein ganz besonderer Ort zum Ausrasten, zum Ankommen, zum Innehalten. Orte der Stille- Orte der Begegnung.

Ein kurzer Text aus dem Begleitheft zum Kapellenweg im Tal der Almen, der uns bestätigt wie wichtig es ist von Zeit zu Zeit mal Inne zu halten:

 

Für unsere Gesundheit und für unser Wohlbefinden ist es ganz wichtig, von Zeit zu Zeit Abstand zu nehmen von unserem Alltagstrott, von unserer normalen Arbeit- zur Ruhe zu kommen und all das aufzuarbeiten und für uns ins Reine zu bringen, was sich in der letzten Zeit bei uns angestaut hat- große Eindrücke, positiv oder negativ, für die wir noch nicht die nötige Zeit hatten, sie zu verinnerlichen oder aber auch abzulegen- aufzuarbeiten.

Denn alles, was uns bedrückt, belastet, hemmt, abheben lässt, ärgert oder wütend macht, manifestiert sich in unserem Körper und führt über kurz oder lang zu Beschwerden und weiter zu Krankheiten.

Wenn die Seele leidet gibt sie Zeichen und Signale über den Körper. Wenn wir diese missachten oder die Zeichen, die Symptome nur unterdrücken, werden wir krank werden.

Und so ist es für unser Wohlergehen von großer Bedeutung, regelmäßig unsere Seele zu pflegen und uns zu heilen.

Ich wünsche uns, dass wir regelmäßig die Zeit und den Tag finden, an dem wir uns heilig sind!

 

Und deshalb haben uns auch wir, der Bäuerinnen Ausschuss – auf Wunsch unserer Ortsbäuerin Eva Gschwandtl- zum nahenden Abschluss ihrer 10-jährigen Arbeitsperiode gemeinsam auf den Weg gemacht.

 

Am Beginn unseres Weges stand die Pfarrkirche Grossarl, nach einem schönen Wald- und Wiesenweg erreicht man schon die erste Kapelle, die Laireitingkapelle.

Ein Stück entlang der Staße und des Radweges sind wir auch schon bei der Bichlkapelle angekommen. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, Jede einzelne an der alten Glocke zu ziehen und mit jedem Klang eine Bitte oder einen Dank gen Himmel zu schicken.

Auf die andere Seite des Tales wechselnd, nach einem kurzen Anstieg wurden wir von der wunderschönen Marienstatue in der Figlerkapelle empfangen. Und dann eben die so ganz andere Perspektive, die man als Autofahrer niemals zu Gesicht bekommt – vorbei an mehreren Bauernhöfen, auf idyllischen Feldwegen bis hin zum Griesbichlhof, zur neu erbauten Griesbichlkapelle.
Da kam uns dann eine kurze Rast und ein Ratscher mit den Bauersleuten und ein edles Tröpfchen ganz Recht.

Von da aus etwas talwärts, die Hauptstraße überquerend machten wir uns auf Richtung Rabenstein. Hinein in den Wald und weiter entlang von Weiden und Wiesen bis zur Neuhofkapelle. Eine beeindruckende Kapelle dem hl. Nepomuk geweiht. Nepomuk ist der Schutzpatron gegen Hochwasser, Überflutung und Muren- auch in unserem Tal ein großes Anliegen. Er ist auch der Patron der Brücken.

Taleinwärts vorbei am Tunnel waren wir auch schon so ungefähr bei der Hälfte unseres Weges angekommen. Die Schappachkapelle kurz vor dem Ortszentrum von Hüttschlag- sie heißt alle Kommenden willkommen.

Nach einer kurzen Rast und Jause in der Ortsmitte scheuten wir natürlich die steile Kirchgasse von Hüttschlag nicht- die Pfarrkirche zum hl. Josef geweiht lohnt diese Mühe. Kurzes Innehalten in der Kirche, ein Lied, ein gemeinsames Gebet- Besuch dieser oder jener Grabstätten- und weiter gings Richtung Wolfaukapelle.
Ein ganz besonderer Ort, der wunderschöne Weg dorthin, die einzigartige Lage, der Anblick des hl. Christophorus im Inneren der kl. Kapelle.

Vorbei an alten Bauernhäusern, natürlich wird auch erzählt, wer wo wohnt und wer welches Haus gebaut hat. Gott sei Dank hatten wir ortskundige Weiberleut mit, trägt ja schließlich zur Allgemeinbildung bei 🙂

Schließlich kommen wir bei der Zufahrt ins Karteisdörfel an der Karteiskapelle an.
Eine wunderschöne Marienstatue mit Kindern unter ihrem Schutzmantel  lädt uns zum Verweilen ein. Es werden ja jetzt die Füße schon etwas schwer und wir denken mit Freude schon an das Ende des Wegen. Aber noch nicht ganz- nur keine Müdigkeit vortäuschen.

Bergwärts stapfen wir bedächtig durch das Karteisdörfl, dann folgen wir wieder der Strasse, bis zum nächsten Ziel- der Maurachkapelle. Die Maurachkapelle war in Zeiten der Maurachschule die Messkapelle im Hinterland. Unsere Ortsbäuerin war da bestens im Bilde- und erzählt über ihre damaligen Erlebnisse und Erinnerungen.

So, ein Ziel haben wir noch vor Augen- die Pertillkapelle, dichter Nebel kam auf, aber nichts desto Trotz, die letzte Kapelle wartet auf uns. Eine schlichte kleine Stätte, erbaut als Dank für die glückliche Heimkehr aus schrecklicher Zeit. Dankbar waren auch wir, die wir uns gemeinsam auf diesen Weg gemacht haben und angekommen sind. Ankommen ist immer ein gutes Gefühl. Noch besser das Gefühl des erwartet Werdens.

Erwartet und herzlich begrüßt wurden wir dann von den Wirtinnen des Bauernladen-Stüberls, Doris und Greti. Ein heißes Getränk mit ein bisserl Geist drin tat uns jetzt gut, wärmt bis in die Seele hinein. Und der krönende Abschluss- Fleischkrapfen mit Sauerkraut! Ein Lob an die Küche! Das Tüpfelchen auf das i – Kaffee und Kuchen. Heimwärts fuhren wir dann mit dem Taxi- denn zu Hause werden wir ja schließlich auch wieder erwartet!

 Danke für diesen wunderschönen Tag, danke Allen die ihn ermöglicht haben und danke Allen die ihn zu diesem besonderen Tag gemacht haben!!

Und in wem jetzt das Verlangen nach dem Kapellenweg entstanden ist- Macht euch auf den Weg- es lohnt sich!! Ganz liebe Grüße Greti 🙂

Hier ein paar Fotos:

weitere Infos auch auf der Homepage des Kapellenwanderweges!

2 Antworten auf Der Kapellenweg

  • Heidi Ammerer sagt:

    Gemeinsam unterwegs – Weggefährtinnen sein!
    Im wahrsten Sinne des Wortes eine be-wegende Gemeinschaft.
    Schon vieles habt ihr angepackt und mit Hirn, Herz und Hand & Füssen bewegt.
    Gut, dass es Euch gibt.
    Weiterhin alles Gute und Segen dem Bäuerinnenausschuß.

    Herzlichst
    Heidi

  • Veronika Gschwandtl sagt:

    Liebe Greti,

    ein sehr schöner Beitrag von Dir, auch ist einiges zum Nachdenken dabei.
    Ausruhen, Innehalten, sich nicht treiben lassen, all das passt ganz besonders gut für die bevorstehende Adventzeit.
    Herzliche Grüße
    Vroni