Frederick im Ellmautal

Die Welt zeigt sich heute grau in grau. Nebelwelt vor dem Fenster wie wenn schon November wäre. Zäh wie die Nebel ziehen, geht mir heute die Arbeit von der Hand. Noch ein Anlauf – es wird nicht besser.  Da hilft nur Eines: warm anziehen und hinaus ins Freie. Ich werde Farben suchen wie der Mäuserich Frederick*.

Mein Weg führt in unseren Bauerngarten. Dort hält die Hofkatze die Stellung. Genüsslich putzt sie ihr weiches Fell.  Gelb und orange leuchten die Ringelblumen mit den Rudbeckien, im Volksmund auch Sonnenkinder genannt, um die Wette. Eine letzte Sonnenblume erzählt noch vom Sommer, und weinrotes Laub kündet vom schwindenden Herbst. Da, schau! In der Himbeerstaude sind noch Beeren reif geworden. Ein Bild noch und dann, mhh …. .

Schon munterer starte ich eine kleine Ellmautalrunde. Der Bach gischt und sprudelt, der Wind fährt sacht durch die Bäume. Ahornblätter gelb, braun gefleckt fallen leise auf den Boden. Ich fotografiere, klick, klick, klick – Fotosafari. Ein Blatt alleine, mehrere Blätter im Miniteich, viele Blätter auf dem Boden. Ich  freue mich schon darauf, wenn in wenigen Tagen die Sonne wieder alles trocknet. Durch raschelndes Laub zu gehen, ist für mich einer der schönsten Herbstgenüsse.

Weiter geht’s. Letzte rote Vogelbeeren, lila Ruprechtskraut am Wegrand, Herbstblumen im Nachbarsgarten, rotes Laub, brauner Geißbart, grüngelb, hellgrün, dunkelgrün – die ganze Farbpalette ist da. Ich staune. Wie wenig Erde manche Pflanzen zum Wachsen brauchen. Die Esche hat  schwarzglänzenden Knospen angesetzt. Sie ist schon fertig mit ihren Vorbereitungsarbeiten für das nächste Jahr.

Die Sonne kommt hervor. Der Nebel hebt sich zusehends und die majestätische Höllwand zeigt sich. Wunderbar. Ich nehme noch den kleinen Anstieg zur Thalgaukapelle, die 1954 von Familie Gehwolf erbaut wurde. Ein Kleinod, auf einem besonderen Platz und in ihrem 60. Jahr liebevoll restauriert. Oktober – Marienmonat, ein kurzes Innehalten in der Kapelle. Capella kommt aus dem Lateinischen und steht für Mantel. Ich verbinde auch Schutz und Wärme damit. In Grossarl gibt es viele Kapellen zu entdecken.

Dankkbar gehe ich heimwärts wo die Kälbchen noch fleißig Gras zupfen. Unsere Hofkatze ist auch mitten in der Wiese. Ob sie wohl auf Maussuche ist? Gemeinsam mit Bella und mir wandert sie die letzten Meter dem Haus zu. Dort prasselt bald ein lustiges Feuer im Küchenherd. Und die Novembergedanken? Die haben sich in Freude und Verbundenheit zu unserer schönen Gegend umgewandelt. Danke Frederick! Und lass dich nie von unserer Katze fangen.

*Frederick ist ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch von Leo Lionni (Erstveröffentlichung 1967)

 Macht Euch mit Frederick auf die Suche – gerne bei uns im Grossarltal.

Farbenfrohe Herbsttage! Eure Heidi vom Pfandlinghof

Eine Antwort auf Frederick im Ellmautal

  • Thomas sagt:

    Servus Heidi!

    Danke für diesen schönen Beitrag. Da geht einem auch als Leser die Arbeit wieder leichter von der Hand …

    LG Thomas