“Glück ab – Gut Land!”

Innehalten und Staunen

Begleitet uns auf einer Fahrt der besonderen Art.

Los geht’s in Filzmoos am Fuße der Bischofsmütze. Die Berge halten sich noch bedeckt. Leicht bläulich schimmert der Himmel durch. Der Hochnebel kann nicht allzu dick sein. Die Vorfreude wächst. Der Schnee knirscht unter den Füßen, als wir uns auf der Hammerwiese treffen. Hier heißt es gleich Hand anlegen. Der Ballon wird auf dem Feld ausgebreitet. Langsam füllt sich die bunte Hülle mit einer Propangasmischung und richtet sich auf. Faszinierend.

Wir klettern in den Weidenkorb. Noch ein paar Anweisungen und Leinen los. Scheinbar schwerelos hebt sich das Gefährt vom Erdboden und steigt durch den Nebel ins Azurblau. Majestätisch grüßen die Berge. Ein grandioser Rundumblick zu den bekannten Gipfeln eröffnet sich. Weite und Ruhe! Dazwischen liegen Städte, Täler, Dörfer und verschneite Almgebiete. Gefahren wird, wohin der Wind das Luftfahrzeug trägt. Der Pilot regelt mittels Gaszufuhr die Höhe. Wir steigen auf 3.300 Meter und schweben mit ca. 45 km/h über Schladming in den Lungau. Wir schauen und staunen, saugen Bilder und Eindrücke auf.

Schau, dort der Großglockner. Schau, dort der Sonnblick. Schau, das Großarltal.  Schau, dort der heimatliche Keeskogel. Die Fernsicht ist fantastisch. Der Blick reicht vom Grazer Schöckl bis nach Tirol. Ein Stehplatz zwischen Himmel und Erde in der Kanzel. So nennen Ballonfahrer den geflochtenen Korb. Stille breitet sich aus. Ab und zu hört man ein Klick des Fotoapparates und das Geräusch vom Gasbrenner. Nach ca. 2,5 Stunden hat das Schweben ein Ende. Sanft landen wir im breiten Becken von Mariapfarr im Lungau. Hat unser Pilot, da Sonntag ist, bewusst den Landeplatz neben einer Kapelle angesteuert? Dankbarkeit über die wunderbare Luftfahrt durchdringt uns. Wir haben das Salzburger Land in einer neuen Perspektive gesehen. Ein langgehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen, eine Sehnsucht ist gestillt.

Mit dem Auto geht es auf dem Landweg zurück zum Ausgangspunkt. Dort erwartet uns nach alter Tradition die Ballonfahrertaufe. Ein paar Haarspitzen werden angezündet, mit Taufsekt der „Brandherd“ gelöscht und – flugs – sind Bauer und Bäuerin in den Adelsstand erhoben. Das wäre im Mittelalter undenkbar gewesen ;-).  Da gab es strenge Lehnsherren und Leibeigenschaft. Eine Urkunde mit Wachssiegel wird überreicht. “Niemals, nie, nie mehr” dürfen wir ab heute Ballonfliegen sagen. Es heisst Ballonfahren  – eh logisch, weil ein Ballon keine Flügel hat! Falsche physikalische Aussagen machen sich ab sofort in der Geldbörse bemerkbar. Sämtliche Vergehen dieser Art können nur mit einer Lokalrunde wieder getilgt werden. Heiter klingt dieser besondere Tag in gemütlicher Runde aus.

Wir wünschen schöne Erlebnisse in den Salzburger Bergen –  beim Schifahren, Wandern oder in der Luft. Heute luftig-leichte, herzliche Grüsse vom Pfandlinghof im Großarltal, Heidi und Sepp.