Lawinen – die weiße Gefahr in den Bergen

Der Freizeitsport hat in den letzten Jahrzehnten eine wahre Renaissance erlebt. Die Sportindustrie ist zu einem großen Wirtschaftsfaktor geworden und ist im Tourismus nicht mehr wegzudenken. Jährlich investieren die Liftgesellschaften viel Geld in die Beschneiungsanlagen, um den Schifahrern ein schneesicheres Schivergnügen zu gewährleisten.

Immer mehr Menschen suchen jedoch abseits der Schipisten nach Ruhe und Gipfelglück, ohne dabei auf das Schivergnügen verzichten zu müssen – das Schitourengehen erfüllt all diese Bedürfnisse.

Neben guter Fitness und Ausdauer erfordert das Tourengehen auch Kenntnis und Erfahrung in Sachen Schnee- und Geländebeschaffenheit.
Eine unvergessliche Schitour beginnt bereits zu Hause mit einer guten Vorbereitung. Zur Grundausrüstung gehören neben Schier, Felle und Schuhe natürlich auch ein Lawinen-Verschüttungs-Suchgerät, eine Lawinenschaufel, eine Lawinensonde und ein Erste-Hilfe-Set. Genügend Flüssigkeit und Energieriegel sowie das Handy mitzunehmen versteht sich von selbst.

Die nächsten wichtigen Punkte, die es unbedingt zu beachten gibt, sind:

  • Lawinenwarnstufe und Wetterbericht
  • Aufstiegsrelevante Geländeformen, Hangsteilheiten
  • Kondition und körperliche Belastung

Mit ein paar Klicks findet man im Internet zu jedem Bundesland die Lawinenwarndienste mit den aktuellen Lawinenwarnstufen. Diese werden wie folgt unterteilt: (Quelle BergNexs.com)

Stufe 1 Geringe Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Eine Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Allgemein sichere Tourenverhältnisse.
Stufe 2 Mäßige Gefahr. Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen (steiler als 30°) nur mäßig, ansonsten allgemein gut verfestigt. Auslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) vor allem in den angegebenen Steilhängen möglich. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen günstige Tourenverhältnisse. Verzicht auf extrem steile Hänge mit mehr als 39°.
Stufe 3 Erhebliche Gefahr. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen (steiler als 30°) mäßig bis schwach verfestigt. Auslösung von Lawinen ist schon bei einzelnen Skifahrern möglich. Skitouren erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Tourenmöglichkeiten eingeschränkt. Verzicht auf Hänge mit mehr als 34° Neigung und felsdurchsetztes Gelände.
Stufe 4 Große Gefahr. Die Schneedecke ist an den meisten Stilhängen schwach verfestigt, eine Lawinenauslösung bereits bei geringer Zusatzbelastung (z.B. durch einzelne Skifahrer) an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan (= ohne menschliches Zutun) viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. Tourenmöglichkeiten stark eingeschränkt.
Stufe 5 Sehr große Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan (= ohne menschliches Zutun) sind zahlreiche, große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Skitouren sind allgemein nicht möglich.

Alleingänge und Unwissenheit können schlimme Folgen für den Schifahrer und nicht zuletzt für die freiwilligen Helfer der Bergrettung, die bei den Einsätzen teilweise ihr Leben riskieren, haben.

Daher ist es ratsam, sich erfahrenen Schiführern, wie zum Beispiel beim Alpenverein, dem Großarler Verein „Berg-gesund“, die wöchentlich geführte Schitouren anbieten, oder sich bei den Einheimischen anzuschließen. In diesem Sinne Schi-heil 

Eure Vroni vom Palfenhof