Mehr als drei Wünsche

Es gibt ein Märchen, in dem ein Gast von der Straße kam und bei armen Menschen einkehrte. Als er sich am Morgen verabschiedete zeigte sich, dass er mehr als nur ein Wanderer war. „Ihr habt drei Wünsche frei, seht zu dass Ihr euch etwas Gutes wünscht!“

Palmsonntag- Jesus wird in Jerusalem freudig empfangen

mit Freunden Feste feiern, einfach dazugehören und dabei sein, fröhlich und unbeschwert den Tag genießen

Mein unbekannter Gast lächelt und sagt:

„Ich wünsche dir Freunde bei denen du Halt findest, wie ein Efeu an einem festen Stamm und dass du die Kraft hast, ein Stamm zu sein für die, die du tragen sollst!“

Gründonnerstag- Jesus feiert das Paschamahl mit seinen Jüngern

Ein Abschied steht bevor, eine neue Arbeitsstelle, neue Herausforderungen

Der Wanderer könnte auch sagen:

„Ich wünsche dir nicht ein Leben ohne Mühe und Herausforderung, aber die Kraft der Hände und des Herzens- Segen wünsch ich dir, dass hinter deinem Pflug Frucht wächst für Leib und Seele und dass zwischen den Halmen die Blumen nicht fehlen.“

Karfreitag- das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus

oft übersehen wir die tiefe Not der Anderen. Es ist nicht mehr wie es war, durch einen Unfall, eine Krankheit, Herzinfarkt… es bleiben Ohnmacht und Trauer

„Herr du weißt was Angst ist, erlitten am Ölberg.“

Auch mein Wanderer ist dabei:

„Er hat dein Schicksal vor Augen, alle unsere Tage und Jahre. In deinem Buch stehen sie alle, sie wurden geschrieben, längst ehe sie begonnen haben!“

Karsamstag- die Grabesruhe

Die Sehnsucht, dass alles wieder gut wird,  das Gewohnte- das Vertraute

Hoffnung und Zweifel mischen sich dazu

Stille

„Ich wünsche dir, dass du dieses Schicksal annimmst und auch in tiefer Not, in verzweifelten Lebenslagen, in denen es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, neue Kraft und Hoffnung schöpfst und spürst, dass du nicht alleine bist,“ flüstert  mein Gast.

Ostersonntag- die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus

Das Unfassbare ist geschehen, die Wärme des Osterfriedens spüren dürfen.

„Er will das Dunkel von Gestern in ein helles Morgen verwandeln- zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit“

Mein bescheidener Gast äußert sich:

„Ich wünsche dir, dass dich immer wieder etwas berührt, es heißt Gnade- ist ein altes Wort-  wer sie erfährt, für den ist sie wie Morgenlicht,  dann weißt du: Es ist gut.“

Ostermontag- zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus

Mit Freunden darüber sprechen was passiert ist, begleiten, mitgehen und  mittragen

Wenn du leise bist kannst auch du diese Wünsche hören, von meinem nun vertrauten Gast.

Nach all diesen Wünschen verabschiedet sich dieser und es zeigte sich, dass in Ihm Gott verborgen war.

 

Eine gesegnete Osterzeit wünscht euch Greti und Rupert

 Jörg Zink: mehr als drei Wünsche

Foto: Wikipedia