Mein neues Leben im Tal der Almen

„Aber die Berge! Wie hältst du das nur aus? Ich könnte hier nicht wohnen.“ – Wer wie ich die Entscheidung fällt, von der Stadt  in die Berge zu ziehen. Genauer gesagt nach Großarl auf einen Bergbauernhof wird mit Gewissheit mit dieser Frage konfrontiert. Ungläubige Blicke von den einen, vollstes Verständnis von den anderen. Von den einen, das sind jene, die seit ihrer Geburt in einer Stadt wohnen, das hektische Treiben und den Lärm nicht missen wollen. Die anderen, das sind jene, denen es Freitagmittag nicht schnell genug gehen kann, ins Wochenende und somit raus aus der Stadt zu kommen. „Diese hohen Berge rundherum würden mich erdrücken, ich würde mich eingeengt fühlen“, lautete die entschiedene Aussage einer ehemaligen Kollegin..

 

Von der Hotelfachfrau zur Bäuerin

Hotelfachfrau mein Traumberuf

Und auch vor meinem Umzug nach Großarl wurde ich oft gefragt, ob ich mir auch sicher bin. Meine Antwort darauf wusste ich schnell, ja ich bin mir sicher. Es war die Liebe, die mich dazu gebracht nach Großarl zu ziehen, und ich bereue bis heute keinen einzigen Tag. Es war eine sehr starke Umstellung für mich, ein neues Land, neuer Ort und auf einem Bauernhof. Ich auf einem Bauernhof, ich als Bäuerin, ob ich das schaffe. Denn ich kannte das Leben nicht, ich hatte ja noch nie mit Hofarbeit zu tun. Aber meine Oma hat schon immer gesagt man kann alles lernen wenn man nur will. So hab ich es auch gemacht. Mit jedem Tag mehr den ich am Hof verbracht habe, konnte ich am Abend immer sagen ich habe wieder was dazu gelernt und mich weiterentwickelt.

Hof eigene Produkte machen wie Brot, Sauerkas, und Butter ist immer wieder eine Herausforderung in der Hoffnung das es schmeckt. Gemüse und Kräuter frisch aus dem eigenen Garten da freut man sich auf`s Essen alles was ich bei mir daheim nicht kannte.

Seit letzten Wintern habe ich auch angefangen den Facharbeiter für Landwirtschaft zu machen, und befasse mich noch intensiver mit diesem Thema Landwirtschaft und Vermietung.

Auch wenn die Arbeit am Hof nicht immer leicht ist und es mit der Almwirtschaft schon ziemlich stressig ist, ich genieße Sie trotzdem weil ich weiß wofür ich es mache. Die Tiere geben einem so viel zurück das hätte ich mir nie vorstellen können.

Unser Viehcher

Großarler Bergwelt mit unserer Viehhausalm

So erfreue ich mich jeden Tag auf’s Neue an der Aussicht, die sich mit noch verschlafenem Blick am Morgen, aus unserem Stallgebäude oder in den letzten Sonnenstrahlen von unserer Alm offenbart. Ich erlebe Tag für Tag wie sich die Natur verändert. Die Jahreszeiten kommen und gehen, um der nächsten Platz zu machen. Ich stehe in unserem Garten und genieße wohlig warme 25 Grad im Sonnenschein. Von den Bergspitzen blinzelt die erste als auch letzte Schneedecke der Saison herunter. Ich schmiede Pläne und entdecke Orte, von denen ich bis vor eineinhalb Jahren nicht mal wusste, dass sie existieren. Ich fahre 10 Minuten in die eine Richtung, um an der Talstation des nächsten Skigebiets zu stehen. 20 Minuten in die andere, um einen Einkaufsbummel mit einem leckeren Essen in einem der vielen (wirklich guten) St. Johanner  Restaurants abzurunden.

Ich mit unsrem Vieh

Wenn mir vor eineinhalb Jahren jemand gesagt hätte, das ich einmal in den Bergen auf einem Bauernhof als Bäuerin Leben werde hätte ich wahrscheinlich gesagt: „du spinnst ja“ aber man weiß ja nie was das Leben für einen bereit hält. Ich jedenfalls bin dankbar für alles was ich hier bis heute und wie ich finde in einer sehr kurzen Zeit lernen, und erleben durfte und hoffentlich noch lange darf. Großarl ist für mich meine zweite Heimat geworden denn wie heißt es so schön:

Heimat ist dort wo dein Herz zu Hause ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.