Gang durch den Kräutersommer

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die allermeisten Pflanzen haben sich schon zurückgezogen. Letzte Ringelblumen blühen noch unermüdlich im Garten. Ein paar vertrocknete Vogelbeeren und Hagebutten leuchten aus den kahlen Stauden. Jetzt ist Zeit um Rück-Schau zu halten. Ich habe einige Bilder aus meinen Alben herausgesucht. Herzliche Einladung zu einem Gang durch den Kräutersommer.

Im Frühjahr wenn die ersten Wildkräuter aus der Erde spitzen, beginnt schon die Zeit zum Sammeln & Trocknen. Der Bogen spannt sich über hellgelbe Schlüsselblumen, cremefärbige Linden- und Hollerblüten. Dann kommen orange und gelbe Ringelblumen, dunkelrote Rosen, Blätter von Birke, Brennnessel, Zitronenmelisse, Himbeerstauden, Walderdbeere und Brombeere in allen Grünschattierungen. Eine vielfältige Farbenpracht aus Gärten und Wildsammlung bis hinauf auf die höchsten Almmatten – schön für Aug‘ und Seele.

Auf verschiedenste Weisen können wir Kräuter zu uns nehmen. In Form von Tee, Saft, Sirup, Öl, Salbe, Likör, Bowle, im Essen, Tinktur, Wickel, als Badezusatz, … . Etwas ganz Besonderes ist das Räuchern – da wirken die Duftstoffe über unsere Nase.

Kräuter sind einfach köstlich und bringen aromatische Abwechslung auf unsere Teller. Sie können uns auch sanft beim Heilungsprozess verschiedener Krankheiten unterstützen. Wenn die Husten- und Schnupfenzeit anrückt, kann ich Tee mit Spitzwegerich-, Löwenzahn- oder Fichtenwipfelsirup empfehlen. Unterschiedliche Einzelwirkstoffe sind in den Pflanzen enthalten. Damit die passenden Kräuter gewählt werden, gibt es auch viele Bücher zum Nachschauen.

Tee wärmt, wenn dir kalt ist.

Tee kühlt, wenn dir heiß ist.

Tee beruhigt, wenn du nervös bist.

Tee baut auf, wenn du niedergeschlagen bist.

Wie schon im letzten Jahr haben wir vom Bäuerlichen Gästering einen köstlichen Tee gemischt und heilende Ringelblumensalbe gerührt. Aromatisches Kräutersalz und g’schmackige Gemüsewürze für wärmende Suppen in der kalten Jahreszeit kam in kleine Glaserl. Fleißig wurde gezupft und gerebelt, gemischt, abgefüllt und beschriftet. Gemeinsam wurden die Schätze des Sommers für die Winterszeit verarbeitet und alle konnten ihren Anteil mit nach Hause nehmen.

Die ätherischen Öle von Pfefferminze, Quendel, Schafgarbe & Co erinnerten an warme Sommertage im Garten. Das war ein Duft in der Stube! Ihr könnt es fast beim Lesen noch riechen. Und: wer auf einem der Höfe des Bäuerlichen Gästeringes Urlaub macht, kommt bestimmt in den Genuss einer kleinen Kostprobe.

  Kommt gesund durch den Winter! Eure Heidi vom Pfandlinghof