Von der Bergbäuerin zur Gastwirtin

Diesen Blog möchten wir unserer lieben „Roslehen Oma“ widmen, auch besser bekannt als „Roslehen Kathi“.

Obwohl sie vielleicht nicht jeder Gast zu Gesicht bekommen hat, haben zumindest viele sicherlich schon ihr berühmtes Schnitzel oder ihre Palatschinken, für die sie bekannt ist, gegessen.

Aufgewachsen auf dem Reschenberghof in der Sonnseitn vom Ellmautal in Großarl, heiratete sie im Jahre 1956 den damaligen Roslehenbauernsohn Alois Ammerer, nichts ahnend, dass 10 Jahre später vor der Hoftüre mehr Schifahrer als Kühe stehen würden.

Damals wurde nicht lange überlegt, die Schifahrergäste mussten auch bewirtet werden. Im selben Jahre als der erste Schilift gebaut wurde, wurde auch die gute alte Bauernstube in eine Gaststube umfunktioniert. Eine alte Kredenz diente als Ausschank. Die Speisekarte war damals im Verhältnis natürlich noch etwas bescheidener als heute. Die gute alte Bauernküche musste etwas umgekrempelt werden, und anstatt „Muas“ und „Bradl“ gab es Kaiserschmarrn und Steakbrot. Aber mit einer deftigen Gulaschsuppe und einem Jagertee, war man zufrieden. Hungrig war sicher kein Gast mehr nach einem Besuch im Roslehen. Das wäre für unsere Oma nämlich jetzt noch schrecklich.

Den Erzählungen der älteren Semester zu Folge war das Highlight immer der lustige Faschingsball im Roslehen. Sogar die alte Schlafkammer der Knechte wurde jedes Jahr extra dafür ausgeräumt, damit dort eine ordentliche Bar Platz fand.

Auch ihr Mann Alois unterstütze sie, neben seiner Tätigkeit als Bauer, im Gasthaus. Mancher Gast hat sich zwar schon gewundert, dass, egal ob Melange, Cappuccino oder ein kleiner Brauner, jeder Kaffee genau gleich ausgesehen hat. Er machte halt einfach einen Kaffee. Zusätzlich war er nun auch „Liftler“, bei seinem eigenen kleinen Schlepplift mit nur zwei Bügeln haben viele das Fahren auf den zwei Brettern gelernt.

Ein paar Kochkurse und ein paar Jahre später, genau im Jahre 1974, reichte der Platz für all die Gäste nicht mehr und das Hotel Roslehen wurde gebaut. Seit diesem Tag steht die Roslehen Kathi unermüdlich in der Hotelküche. Bis vor einigen Jahren, als ihr Enkel Markus den Posten des Küchenchefs übernommen hat, durfte man sie Anführerin der Küchenbrigade vom Roslehen nennen. Sogar jetzt noch, mit über 80 Jahren, findet man sie noch täglich dort und Kathi überwacht mit strengem Blick, ob die Portionen auch großzügig genug bemessen sind. Wie viele Stunden sie dort verbracht hat, kann man sich fast nicht vorstellen, aber unseren Schätzungen zu Folge, ist sie sicher mehr als  ihre halbe Lebenszeit hinter dem Herd gestanden. Ein 15 Stunden Arbeitstag war im Winter keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

Liebe Oma, wir wünschen dir weiterhin viele schöne Stunden in deinem Leben, nicht nur in der Küche, sondern mit deiner Familie. Du hast uns schon genug bekocht, jetzt sind wir an der Reihe.